Lebensplanung

13 Apr

Lange habe ich nichts mehr geschrieben, es war aber auch in den letzten Monaten ein hin und her!
Mit meinen Gefühlen war es ein rauf und runter, besonders in Bezug auf meine zukünftigen Angelegenheiten. Aber ich scheine endlich einen Schlusspunkt in meiner vorläufigen Lebensplanung erreicht zu haben, was ich gerne mit euch teilen will.

Schon ein paar Monate nachdem ich in Japan angekommen war wusste ich, dieses Land ist mein Land. Die Sprache ist meine Sprache. In der Schule war ich nie gut in Englisch, Spanisch oder Französisch. Umso mehr hat es wohl alle gewundert, dass ich eine Sprache wie Japanisch lernen will.
Anscheinend brauche ich eine große Begeisterung und Leidenschaft, um etwas auch mit voller Kraft durchzuziehen. Jetzt, ein halbes Jahr in Japan lebend bin ich zu dem Entschluss gekommen: hier will ich bleiben, hier will ich leben, hier will ich einfach sein.

Doch dies ist alles gar nicht so einfach und hat mich in den letzten Monaten auch viele Nerven und Tränen gekostet, da ich immer wieder geplant habe, was am Ende dann aber doch nicht klappen konnte. Aber ich fange ganz von vorn an.

Als ich eines Tages in der Lobby mit meinen Freunden zusammen gelernt habe, kamen wir auf das Thema, wie schwer es doch ist, nach Japan zu kommen, betreffs Visa. Das Working Holiday Visa gibt es nur einmal im Leben. Dann gibt es noch Touristenvisen, aber ich will ja nicht nur 3 Monate hier bleiben …
Ich hatte auch schon einmal etwas von einem Studentenvisum gehört, aber ich gehe nun mal nicht zur Universität, bin also kein Student – dachte ich! Als mich mein französischer Freund darauf aufmerksam machte, dass er, und etwa 98% der Schüler dieser Schule mit einem Studentenvisum hier sind, verstand ich die Welt nicht mehr! Student? An einer Schule? Ja!

Da haben mich wohl die deutschen Wörter „lernen“ und „studieren“ in die Irre führen lassen. Lernen tut man an einer Schule, studieren an einer Uni. Und für mein Verständnis ist eine Sprachschule keine Universität, sprich man lernt dort und man studiert dort nicht!

Aber ja, ich habe mich eines Besseren belehren lassen! Wenn ich es richtig verstanden habe, ist eine Sprachschule eine Schule, die einen darauf vorbereitet, danach auf eine Universität gehen zu können, was hier übrigens auch geschätzte 85% wirklich machen! Deswegen kriegt man für Sprachschulen auch ein Studentenvisum, welches glaube ich 2-4 Jahre gültig ist. Damit werde ich mich aber noch später in einem ausführlichen Bericht befassen, da ich mich darum noch gar nicht gekümmert habe.

Also war Studentenvisum das neue Wort zum Glück! Ich war so froh, weil ich wirklich geglaubt habe, dass ich ohne Universitätsbesuch gar nicht mehr nach Japan kommen kann, für lange Zeit.
Mein neuester Plan war nun: Ich will insgesamt 2 Jahre auf diese Schule gehen. 9 Monate hätte ich ja schon gehabt, wenn ich planmäßig im Juni 2013 aufgehört hätte, also würden noch 1 Jahr und 3 Monate fehlen. Auf diese Schule kann man auch nur insgesamt zwei Jahre gehen, demnach hätte man die höchste Klassenstufe besucht und das Japanisch wäre angeblich so gut, um auf einer Universität weiter zu studieren. Da ich Japanisch wirklich beherrschen will, ich einen Weg suche um länger in Japan zu leben, ich die Schule, Lehrer und Leute liebe, ist dies absofort mein großer Plan. Ein weiteres Jahr und drei Monate in die Schule gehen.

Nur wann? So schnell wie möglich! Um meine Ausbildung zur Erzieherin nun offiziell abschließen zu können, muss ich noch genau einen Monat im Kindergarten arbeiten.
Also war mein Plan: Die Schule, die nur bis Juni geht um 3 Monate verlängern, im Oktober nach Deutschland zurück, meine Ausbildung beenden und dann sofort wieder nach Japan, im November und dort dann ein weiteres Jahr lernen.

Doch dann fing das ganze komplizierte an: Da ich im Oktober angefangen habe, kann man gar nicht 2 Jahre machen. Da im März die höheren Klassen immer graduieren, gäbe es dann ab März auch keine höheren Klassen. Ganz habe ich das auch nicht verstanden, aber versucht euch mal mit solch einem Thema auf Japanisch durchzuschlagen … Man kann aber sagen: Diejenigen, die im März anfangen, können ganze 2 Jahre machen, da diese dann im März auch graduieren. Kompliziert …!

Aber es wird noch komplizierter. Die Schule ist leider so klein, dass manchmal gar keine Klassen zusammen kommen, weshalb es im Januar auch keine neue Anfängerklasse gab, da sich nur ca. 4 neue Schüler angemeldet haben. Wenn diesen März/April genug Leute zusammen kommen, damit eine neue Anfängerklasse gebildet werden kann, gibt es noch eine letzte Option für mich: (Vorsicht! Jetzt wird’s kompliziert!)
Alle 3 Monate steigt man eine Klasse auf, weshalb ich jetzt im April in der „3. Klasse“ bin. (Oktober = 1. Klasse, Januar = 2. Klasse, April = 3. Klasse). Im Juni, wenn ich aufhöre, wäre ich also bereit in die „4. Klasse“ gehen zu können.
Wenn es jetzt im März genug Schüler gibt, um einen Anfängerkurs zu bilden, will ich genau in diesen Kurs. Denn dieser Kurs kann 2 Jahre auf der Schule sein und dann graduieren, so wie ich es auch gerne hätte. Und wenn man sich jetzt noch ausrechnet, dieser Kurs ist im April in der ersten, im Juli in der zweiten, im Oktober in der dritten, und im Januar in der vierten Klasse! Daraus folgt, dass ich im Januar meine Chance habe, in die vierte Klasse zu gehen, mit diesem Kurs. Damit hätte ich die Möglichkeit 1 Jahr und 3 Monate weiter zu machen. Kompliziert … !!! Das ganze hat mich auch echt Nerven und Tränen gekostet.

Jetzt ist natürlich die absolut große Frage: Wie finanziere ich das Ganze? Denn Geld habe ich keines! Das heißt arbeiten, arbeiten, arbeiten … nette Lebenserfahrung. ;)
Im Kaffee werde ich jetzt 6-7 Tage die Woche arbeiten, werde mehr Sparen und wirklich nur noch das nötigste kaufen. Dann geht’s auch leider schon im Juni nach Deutschland zurück, obwohl ich ja eigentlich ein Jahr bleiben wollte. Manchmal muss man eben vieles opfern, wie Freizeit oder auf einen gewissen Luxus verzichten. Aber das ist alles okay! Meinen Japanaufenthalt habe ich auch so gut wie alleine finanziert, worauf ich auch sehr stolz bin, da die meisten die ich in der Schule kennen gelernt habe doch eher von den Eltern alles finanziert bekommen haben, oder noch besser die Schweden, die ja alles vom Staat bekommen!!! XD

Ab August habe ich sogar eine Halbtagsstelle im Kindergarten bekommen, wofür ich sehr dankbar bin! Darauf freue ich mich auch schon sehr, meine kleinen süßen Kinder wieder sehen zu können und dann auch noch so lange! Und dann auch noch im besten Kindergarten der Welt mit den besten Kollegen, die man sich vorstellen kann! <3

Da der Job halbtags ist, versuche ich noch einen Nebenjob zu bekommen, in einem japanischen Restaurant in dem ich schon einmal gearbeitet habe, als ich 18 war. Die Besitzer haben gewechselt, trotzdem würde ich es gerne noch einmal versuchen.

Mein Ziel in Deutschland ist also wiedermal: sparen, sparen, sparen! Begleitet mich also auch weiterhin, nach Juni wenn ich wieder in Deutschland bin, auf meinem Blog! Selbst in Deutschland wird es wieder informative Artikel über meine Organisation geben: dieses Mal als Studentvisum-Halter! ;)

(Hoffentlich …! Kann sich alles noch ändern!!!)

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3 Antworten to “Lebensplanung”

  1. Nitin 13. April 2013 um 16:47 #

    Viel Erfolg Maria! :)
    Du machst das schon, auch wenn ich es nicht nachvollziehen kann, ist es bestimmt seeeehr schwer zu gehen!
    :(
    Ich leide mit dir!

  2. Lina 13. April 2013 um 23:05 #

    Ooooh, das klingt ja kompliziert!!
    Ich bin da zwar nicht ganz durchgestiegen, aber ich kann dich voll verstehen (oder es bessergesagt gut nachvollziehen).
    Wenn ich erstmal da bin, wird es mir wohl auch so gehen…
    Ich drück dir auf jeden Fall fest die Daumen!

  3. himitschy 29. Mai 2013 um 12:27 #

    Hallo Maria
    Ich bin ebenfalls im Herbst 2012 nach Japan gekommen. Wie laufen deine Pläne? Wir können uns gerne austauschen wenn du magst :-)
    Desi
    Ein Blog von mir und meiner Freundin aus Tokyo -> http://nipponmade.wordpress.com

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