MAP Cafe Dubai

2 Feb

Lange ist es her, dass ich etwas geschrieben habe, aber Videos machen dann im Endeffekt doch mehr Spaß!

Dieser Eintrag dreht sich um meine Arbeit! Ja, ich arbeite! Seit November schon, aber ich habe es irgendwie nie geschafft, etwas darüber zu schreiben … doch seit heute bin ich sehr motiviert! Denn es gibt tolle Neuigkeiten (für mich)!

Vorweg will ich noch einmal darauf hinweisen, dass ich ein „Work and Study“-Jahr mache. Das bedeutet, dass ich die Berechtigung habe zu arbeiten. Es gibt bestimmte Ausnahmen, wie z.B. ich darf nicht in Nachtclubs arbeiten oder ähnliches, aber sonst steht mir eigentlich alles offen.
ISI Chukyo, die Sprachschule auf die ich gehe, bietet sogenannte „Work and Study Kurse“ an, was bedeutet, dass ich ganz normal zur Sprachschule gehe und dazu noch Hilfe bekomme, eine Arbeit zu finden.
Hier macht das nicht die Schule, sondern das sogenannte Office. Das Office kümmert sich unter anderem auch um die Studentenwohnheime und sammelt die Rechnungen ein für Strom und Gas.
Ich stehe mit meinem japanischen wirklich an der untersten Stufe und deswegen ist es auch üblich, dass jemand wie ich eine Arbeit als Fabrikarbeiter bekommt. Robert zum Beispiel arbeitet in einer Gemüsefabrik. Er verpackt Gemüse, was es später dann im Supermarkt zu kaufen gibt. Ich hatte aber nun das unglaublich große Glück, dass ich vorher in Deutschland in einem Restaurant gearbeitet habe. Dies habe ich dem Office natürlich mitgeteilt, und drei Tage später habe ich tatsächlich einen Job in einem Restaurant bekommen! Darüber war ich natürlich unglaublich froh, denn es ist wirklich unüblich, dass ich mit meinem Japanisch einen Job bekomme, wo ich ständig im Kontakt mit anderen japanischen Menschen bin.
Das Restaurant ist ca. 25 Minuten mit dem Fahrrad entfernt und ich arbeite von morgens um acht bis zwölf Uhr, da die Schule um halb zwei anfängt.

Mein erster Arbeitstag war wirklich aufregend und anstrengend, da alles noch so neu war und mein japanisch im November natürlich noch schlechter war, als es jetzt ist. Mit Händen und Füßen musste ich mich mit meinen Kollegen verständigen und ich hatte das Gefühl, nur als „die Ausländerin“ abgestempelt zu werden, die eh nichts versteht. Versteht mich nicht falsch, meine Kollegen sind nett, aber ich kann es auch verstehen: im Restaurant ist es immer sehr viel los, und jemand neues einzuarbeiten ist immer sehr zeitaufwendig und anstrengend. Hinzu kommt: mein Japanisch ist schlecht! Deswegen war der Anfang sehr holperig, aber mir wurde immer mehr, Schritt für Schritt zugetraut und jetzt ist es für mich eine Selbstverständlichkeit zu den Gästen zu gehen, die Bestellung entgegen zu nehmen, die Bestellung zu liefern und sogar Smalltalk zu führen.
Meine Kollegen dachten auch bis vor ca. einer Woche, dass ich die einfachsten Schriftzeichen nicht beherrsche, bis ich dann mal eine Mail an die Chefin geschrieben habe und extra mein „Ich-muss-jetzt-überzeugen-und-übertreibe-mal-mit-Kanji“-Japanisch ausgepackt. Seitdem bin ich in ein völlig neues Licht gerückt.
Es war immer so, dass wir meistens immer 3 Kellnerinnen zur gleichen Zeit waren, aber seit ca. einer Woche wurde der ganze Dienstplan umgeworfen und ich bin allein. Allein (mit der Chefin)!!! Das war für mich eine große Ehre, immerhin bedeutet das, dass sie glaubt, dass ich es alleine auf die Reihe bekomme.

Was mir besonders gut gefällt ist der Fakt, dass ich Ausländer bin. Die Reaktionen der Gäste sind einfach herrlich! Üblich schauen mich die Gäste nur kurz an, erschrecken sich und schauen dann nochmal genauer. Das führt meistens zu Smalltalk, wie wo ich herkomme, seit wann ich in Japan bin bis hinzu das die Gäste anfangen Deutsch zu reden, also ein paar Wörter. Einmal habe ich mit einem Gast sogar „Freude schöner Götterfunken“ zusammen gesungen! Das war meine schönste Erfahrung!
Oft sagen die Leute, dass ich hübsch, süß oder gut in Japanisch bin, was mich alles sehr ehrt und was zu noch mehr Smalltalk führt! Oft kennen die Gäste sogar meinen Namen (woher nur? Ich habe den nie gesagt) und sagen so etwas wie „Gib dein Bestes Maria-chan! Fight!“.

Doch was mache ich eigentlich genau? Das Restaurant ist kein typisch japanisches! Zwar gibt es japanisches Essen zum Mittagessen, aber am Morgen gibt es Toast mit Butter, Ogura oder Marmelade.
Ich bereite das Essen zu und bringe es an den Tisch. Ein Morgen-Set besteht aus einem Salat, einem Ei, einem Toast, einer Frucht und einem Getränk. Man darf nichts vergessen!
Natürlich gibt es in der Küche besonders viel zutun, wie ständig neue Sachen vorbereiten, Spülmaschine anstellen und sie ausräumen und immer wieder zu den Gästen gehen und schauen, ob man nicht doch noch einen Wunsch erfüllen kann.
Ich bin also ständig unterwegs und freue mich, wenn mal kein Gast für 5 Minuten erscheint …

Aber jetzt zur super tollen Nachricht! David arbeitet seit Freitag nun auch da. Also der Schwede. Er wollte auch gerne im Restaurant arbeiten und da habe ich den Chef gefragt und der kam dann am nächsten Tag auf David zu und gab ihn den Job. David musste also nichts machen, das war irgendwie lustig. xD
Jetzt muss ich nicht mehr allein den langen Weg zum und vom Restaurant fahren.
Außerdem ist eine helfende Hand wirklich toll, seitdem ich quasi alleine arbeite und mich um sozusagen alles kümmern muss. Und es macht sehr viel Spaß! Ich bin wirklich froh!

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4 Antworten to “MAP Cafe Dubai”

  1. qwertz 2. Februar 2013 um 14:21 #

    Ui, toll dass du schon einen Job gefunden hast. Mich würde einmal interessieren wie viel du dort verdienst (unhöflich, aber die Neugier ist zu groß) und ob du dort jeden Tag oder nur an bestimmten Tagen arbeitest.
    Was ich etwas schade finde ist, dass dein Schulkamerad jetzt auch mit im Restaurant arbeitet. Versteh mich nicht falsch, es ist gut jemanden zu haben mit dem man sich versteht, aber es wäre DIE Gelegenheit gewesen dein eigenes Ding durchzuziehen, dich mit ein paar Japanern anzufreunden, einfach dichter am normalen Leben zu sein.
    Klar kannst du das alles jetzt auch noch machen (und das wird wahrscheinlich auch geschehen), aber es ist nicht dasselbe. Schwer zu beschreiben, hoffe du verstehst es trotzdem.
    Schön wäre es, wenn du dich etwas mehr von der Seifenblase „Sprachschule“ entfernen würdest. Ich habe keine Ahnung wie es in Wirklichkeit ist, weder wie du es siehst, aber für mich sieht es so aus, als würdest du nur mit Leuten aus der Sprachschule etwas unternehmen und hast kaum Kontakt zu Einheimischen. Klar ist die Sprachschule erster Anlaufsort um Kontakte zu knüpfen, dennoch finde ich es etwas Schade.

    Soll jetzt keine schlechte Kritik sein, nur eben was mir immer wieder auffällt wenn ich deinen Blog lese. Finde in trotzdem toll :)

    • wasjp 3. Februar 2013 um 01:58 #

      Hallo! :) Ich verdiene 8 Euro die Stunde! Habe auch schon mein erstes Gehalt bekommen! Das ist toll, soviel Geld Bar in die Hand gedrückt zu bekommen … ;)

      Und ich verstehe deine Bedenken bezüglich der Sprachschule, ich bin wirklich 24/7 mit meinen Freunden zusammen. Doch trotzdem muss ich dazu sagen, dass ich tolle japanische Freunde, besonders durch Dennis, der hier vor mir war, kennen gelernt habe. Ich treffe mich regelmäßig allein mit japanischen Freunden und unternehme etwas oder knüpfe neue Kontakte. Das Problem ist nämlich, dass ich in der Woche keine Zeit zu irgendetwas habe, jeden Tag von 8 bis 12 im Restaurant, dann von halb zwei bis fünf in der Schule. Danach wird gekocht, gegessen und gelernt. Und dann ist es schon 9 oder 10 Uhr. Danach schauen wir noch ein bis zwei Folgen eines Animes und dann gehts auch schon ins Bett. In der Woche macht es also wirklich keinen Sinn, sich „abzukapseln“ oder sein eigenes Ding machen. Besonders weiß ich es auch sehr zu schätzen, die ganze Zeit mit meinen Freunden zu verbringen. Ich sehe es nicht als, das klingt hart, verschwendete Zeit oder so. Ich weiß, dass du es nicht so hart meinst und ich weiß, was du meinst! Klar, ich bin in Japan und verbringe die meiste Zeit mit nicht-Japanern, aber die zwei/drei sind für mich ganz besondere Freunde geworden, mit denen ich gerne meine Freizeit verbringe und ich auch nicht missen will. Am Wochenende macht auch so ziemlich jeder sein eigenes Ding, z.B. geht David Sonntags in die Kirche oder Robert geht zum Kyudo. Ich treffe mich dann mit meinen japanischen Freunden oder habe Zeit für mich, wie Haushalt erledigen und lernen.
      Wie gesagt, ich verstehe was du meinst, aber ich muss ehrlich sagen: So wie es ist, finde ich es perfekt. Ich bin nie allein, habe immer Spaß, lerne viel neues und habe trotzdem noch meine Zeiten mit Japanern (allein). :)

      Und im Restaurant, David und ich haben uns versprochen, dass wir z.B. nur japanisch reden, also auch untereinander, weil wir sonst meistens nur Englisch reden wenn wir so zusammen sind.
      Außerdem, selbst wenn er dort Arbeitet, führe ich wie vorher den Smalltalk mit den Gästen und da ändert sich eigentlich nichts o.o Also mit dem Restaurant das ist kein bisschen problematisch. Also es ist nicht so, dass ich plötzlich nur noch bei David bin und nicht mehr arbeite…? xD Also sorry, dass habe ich nicht ganz verstanden. Da ändert sich nichts. :) Aber wie gesagt, mit der Sprachschule, verstehe ich! Aber ich sehe das nicht so eng, weil ich wirklich eine, für mich, gute Balance gefunden habe. :)
      Ich bin sehr zufrieden! :)

  2. Christiane Kurtenbach 2. Februar 2013 um 16:58 #

    Hallo Maria, freue mich sehr, dass ds mit der Arbeit geklappt hat. dies hilft sicher sehr mit deinem Japanisch Wortschatz weiter zu kommen.
    Weiter viel Spass und Freude. ;-))

  3. V13t4nh 5. Februar 2013 um 00:11 #

    Sehr interessanter Bericht, danke dir!

    Wie ich aus deinen Kommentar entnehme arbeitest du nur MO-FR?

    Da du arbeites und danach in der Schule lernst. wollte ich fragen ob es ,,Kurzferien“ oder verlängertes Wochenende gibt?
    Wenn ich da wäre würde ich gerne Kyoto,Osaka usw. bereisen, ein Wochenende wäre glaube ich zu wenig, mal abgesehen von den Reisekosten die entstehen um dahin zu kommen.

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