Mein Alltag

31 Okt

Dennis ist am Montag nach Hause geflogen und ich muss so langsam meinen Alltag auf die Reihe bekommen, alleine.
Ich bin wirklich traurig, dass Dennis nicht mehr da ist, da wir eine ganz tolle Zeit hatten und ich durch ihn innerhalb eines Monates viele neue japanische Kontakte knüpfen konnte. Hier in der Schule hat man leider nicht die Möglichkeit Japaner kennenzulernen, was wirklich sehr schade ist.

Also Dennis, nochmal vielen Dank für die schöne Zeit! :)

Da ich mich auf der anderen Seite aber immer auf Dennis und sein Japanisch verlassen habe, ist es jetzt gar nicht so schlecht, auf sich allein gestellt zu sein.

Wovor ich ja am meisten Angst hatte, dass ich hier keine Freunde finde. Doch in meiner Klasse sind eigentlich alle nett und ich verstehe mich auch so gut wie mit jedem.
So langsam merkt man aber schon, dass man mit dem einen oder anderen mehr Zeit verbringt und befreundet sich mehr, als mit anderen Klassenkameraden. Und ich glaube, dass ich hier ein paar wirklich nette und gute Freunde gefunden habe.


Wii-chan! (Aus Peru)


Obbachan! (Aus Schweden)


David! (Da-chan :p) (Aus Schweden)



Mein Alltag sieht derzeit eigentlich so aus, dass ich gegen 9 Uhr aufstehe und mich fertig mache. Da ich mich um 10 Uhr mit David in der Schule zum Lernen treffe, habe ich eine Stunde Zeit um aufzuräumen, Wäsche zu waschen und meine Schulsachen zusammensuchen.
Gegen 10 gehe ich zur Schule, wo in der Lobby ein großer Tisch steht, wo sich viele zum Lernen verabreden. Das tolle ist, dass in der Schule eigentlich immer ein Lehrer ist, den man dann bei Schwierigkeiten Fragen kann. Außerdem trifft man dort immer wieder neue Leute und man kann sich austauschen. Dort lerne ich mit David bis ca. 12 Uhr. Dann gibt’s erst Mal Frühstück!
Mit Dennis bin ich immer in den Konbini gegangen, und habe mir Hamburger oder Sandwiches geholt. Aber ich versuche nun selbst zu kochen oder mir selbst ein Brot zu schmieren. Leider habe ich immer noch nicht den perfekten Aufstrich fürs Brot gefunden … weshalb ich oft trockenes Toast esse.
Ich habe zwar einen Herd im Zimmer, doch leider wird der mit Gas betrieben und bei meinem ersten Kochversuch ist mir die halbe Küche abgebrannt. Zum Glück zeigte mir David heute, wie man auch ohne einen Brand auszulösen kochen kann … Danke! XD
Das versuche ich in Zukunft auch weiterhin zu nutzen! Ich muss echt mal kochen lernen … :(
Also, nachdem ich dann gefrühstückt habe, schaue ich mir bis 13:15 Vokabeln an und gehe dann wieder zurück zur Schule. Der Unterricht beginnt pünktlich um 13:30 Uhr und geht bis 17 Uhr. Dazwischen gibt es vier Pausen, die ich meistens mit David draußen auf dem Schulhof verbringe, jonglierend! David jongliert seit ein paar Jahren und es macht immer wieder Spaß zuzusehen oder es selbst einmal auszuprobieren.
Nach 17 Uhr ist es leider schon so gut wie Dunkel in Japan. Also kann man auch nicht mehr so viel draußen machen. Manchmal fahre ich mit David und Obbachan zum nahegelegenen großen Supermarkt, manchmal bleiben wir auch einfach auf dem Schulhof, jonglieren, spielen Gitarre und reden. Es ist wirklich immer lustig!
Meistens gehe ich dann aber doch auf mein Zimmer und schaue japanisches Fernsehen oder auch eine deutsche Serie und esse. Gegen 19 Uhr setze ich mich an die Hausaufgaben und lerne bis ich schlafen gehe. Dazu gehört auch, dass ich meine Notizen und Vokabeln des Unterrichtes sauber in ein Heft übertrage. Natürlich wollen die 1945 Kanjis auch noch irgendwann richtig gelernt sein!
Aber ich lerne nicht durchweg, sondern mache noch Sachen wie z.B. duschen, mit Familie und Freunden Skypen und essen.

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich so konsequent und durchgehen für etwas gelernt habe. Ich bin schon ein bisschen stolz auf mich, da ich dies gar nicht von mir kenne. Aber ich will Japanisch einfach irgendwann können und es motiviert mich sehr, wenn ich z.B. japanische Emails an meine japanischen Freunde schreiben kann, auch mit gerade gelernten Dingen aus der Schule. :)

Morgen gehe ich übrigens wieder zu dem Deutschkurs! Ich denke, dass es darüber auch bald einen Eintrag geben wird. :)

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3 Antworten to “Mein Alltag”

  1. V13t4nh 4. November 2012 um 15:16 #

    Dein Blog ist sehr interessant.
    Ich überlege auch in 2.Jahren (nach Abi) ein Work and Travel Jahr in Japan zu machen.
    Dank dir bin ich auf diese Sprachschule aufmerksam geworden.
    Genau wie du würde ich auch nach GIFU in die ISI gehen da Nagano zu weit weg von den großen Metropolen ist.

    Ich habe einige Fragen.
    1.Hattes du schon Japanischkenntnisse vor der Abreise?
    2.Wie viele sind in der Sprachschule in GIFU? Sind da nur Ausländische Mitschüler?
    3.Wie ist an sich so die Stadt? Ich war in den Sommerferien in Tokyo und es war gigantisch, ziemlich warm und sehr überfüllt gerade am WE in Shinjuku bis Shibuya.
    4. Kommt man in GIFU mit Englisch weit? In Tokyo war es ne katastrophe, Nicht einmal die jungen Angestellten in ner Bäckerei oder die Polizisten konnten englisch. Zum Glück gibt es die Zeichensprache, und das tolle Bahnhofspersonal.

    Wäre dir sehr dankbar wenn du mir auf diese Fragen eine Antwort geben könntes. =)

    • wasjp 4. November 2012 um 16:08 #

      Hallo :) Danke, dass du meinen Blog liest!
      Nach dem Abi ist echt ne super Zeit, solltest du echt nutzen!

      1. Meine Japanischkenntnisse kann man nicht ganz auf irgendein Level bringen. Ich sag mal so, in Schrift und Lesen (Kana und Kanji) bin ich recht gut, doch leider habe ich mich kein Stück mit der Grammatik beschäftigt, weshalb ich vieles lesen und „übersetzen“ kann, aber es nicht sinnvoll in einen Satz zusammeinreihen.

      2. Ich glaube es waren um die 150 Schüler, und ja, nur Ausländer. Echt blöd, aber ist halt eine Japanischschule! :) Hier gibt es echt viele Nepalesen! In meiner Klasse sind z.B. 2 Schweden, einer aus Peru, 3 aus Vietnam, 2 Franzosen, 2 Nepalesen, 2 Chinesen, ein deutscher und ich. Aber deutsche gibt es hier selten bis gar nicht, wir waren 3, ich schätze, das war Rekord XD

      3. Stadt? :) Hier ist keine Stadt. Alles sehr ländlich, Chayashinden. Du brauchst ca. 25 Minuten mit dem Bus zum Gifu Bahnhof, oder andere Richtung Ogaki Bahnhof. Dort gibt es dann große Shoppingcenter und Karaoke und so weiter. Aber hier in Chayashinden … ist leider nichts. Der nächst größere Supermarkt ist 15 Minuten mit dem Fahrrad entfernt, dafür ist die Auswahl fast unbegrenzt und echt günstig! :) Lohnt sich also! Also hier in Chayashinden ist nichts überfüllt. Gar nichts XD Ogaki und Gifu ist schon mehr los, gerade am Wochenende. Aber nicht zu vergleichen mit Tokyo… :)

      4. Mit Englisch kommt man hier gar nicht weiter. Vielleicht ein paar Vokabeln, aber sonst eigentlich nicht. Auch wenn man sieht, dass du Ausländer bist, wirst du gnadenlos auf japanisch angesprochen, bzw wird auf japanisch geantwortet. Aber das ist gut, finde ich. So kommt man nicht in Versuchung alles auf Englisch zu bewältigen sondern lernt viel dazu. :)

      Wenn du weitere fragen hast, kannst du gerne auf meine wasjp[at]web.de schreiben. :) Oder hier XD Hoffe, dass ich helfen konnte. :)

      Btw auch wenn ich sage, dass in Chayashinden nicht viel los ist: Die Schule ist klasse. Die Schule ist klein, die Lehrer kümmern sich super um einen. Mir ging es in den ersten Wochen ganz schlecht, habe das eigtentlich nur einer Lehrerin erzählt, doch ich wurde auch von einer anderen Lehrerin plötzlich darauf angesprochen, wie es mir geht und was ich schon gegessen habe usw. Also die kümmern sich richtig um einen und der Unterricht ist toll und lustig, es gibt wirklich viel zu lachen. :)

      • V13t4nh 4. November 2012 um 19:41 #

        Danke für deine umfangreiche und schnelle Antwort!
        Aso, ich dachte man ist in GIFU und nicht in einen Vorort von GIFU.
        Scheint auch eine tolles Erfahrung zu sein.

        Da meine Eltern aus Vietnam kamen sehe ich dementsprechend, siehe ich aus wie ein Einheimischer. Gerade in 7-Eleven Stores wurde ich immer angesprochen und konnte nur nicken etc. xD

        Wundert mich das da Vietnamesen sind, Flug, Sprachschule,Visum usw. sind extrem teuer, durchschnittsvietnamesen könnten sowas niemals leisten.

        Ein Sehenswürdigkeitstipp für Tokyo wäre der Tokyo Sky Tree Tower, wie ich sehe warst du noch nicht da.
        Mein japanischer Vermieter hat mich darauf aufmerksam gemacht.
        Am Abend ist Tokyo wunderschön. Wäre das Glas entspiegelt gewesen, hätte ich tolle Fotos schiessen können :D

        Gut, bis dahin spare ich Geld und lerne fleißig(???) weiter.

        Sollte ich weitere fragen etc. haben werde ich die per Email kontaktieren. =)

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