Ich hatte mal einen Traum …

21 Okt

Und in diesem Traum flog ich nach Japan.
Ich kam in einer neuen, mir völlig fremden Welt an. Es war nachts und ich hatte den Ausblick auf eine wunderschöne Stadt, die voll beleuchtet war. Ich war so fasziniert und schlenderte durch die Straßen dieser großen Stadt. Ich war so glücklich, endlich schien mein Traum in Erfüllung gegangen zu sein.

Doch dann wachte ich auf.

Es war schrecklich, ich war den halben Tag schlecht gelaunt und war wirklich sauer, dass ich es immer noch nicht geschafft habe, nach Japan zu kommen.

Doch vor ein paar Wochen wurde es Realität! Aber ich fange erst Mal von vorne an …

Am 28.9 hatte ich meine Abschlussprüfung zur Erzieherin, und ich habe es tatsächlich bestanden! Ich bin so glücklich. Abitur und eine abgeschlossene Ausbildung, was will man mehr? :)

Also konnte ich mich endlich mit guten Gewissen an meinen Koffer machen! Meine Schwester und meine Mutter waren so nett, und haben mir beim Packen geholfen, was auch tatsächlich einen ganzen Tag in Anspruch nahm.

Am 30.9 ging es dann um ca. halb zehn Richtung Frankfurt, was von Bonn aus ca. 1 ½ Stunden dauert. Meine Mama, mein Papa, meine Schwester und meine Oma haben mich zum Flughafen begleitet. Angekommen haben wir auch sehr lecker gefrühstückt. Durch meine Operation, die ich 6 Tage zuvor hatte, hatte ich noch totale Zahnschmerzen. Also haben Mama und ich noch einige Sachen in der Apotheke gekauft, damit ich für den langen Flug gerüstet war.

Dann kam er, der Abschied. Ich konnte es immer noch nicht so ganz realisieren, wohin ich fliege, wie lange ein Jahr ist und wie alles wohl werden wird, so weit weg von zu Hause, in einem komplett fremden Land. Ich habe mich schon oft von meinen Eltern am Flughafen verabschiedet, da ich meistens von Berlin nach Bonn und umgekehrt geflogen bin. Dieser Abschied erschien mir nicht anders als einer, den wir schon tausendmal hatten. Trotzdem wusste ich, dass irgendetwas anders ist, aber wie gesagt, ganz realisieren konnte ich es noch nicht.

Als ich dann durch die Kontrolle kam und zum Gate ging, saßen dort schon sehr viele Japaner. Ich holte eine kleine Tasche aus meinem Handgepäck und packte dort ein paar Dinge ein, die ich vielleicht für den Flug brauchen würde, wie z.B. mein Nintendo DS, Nexus 7, mein elektronisches Wörterbuch, Schmerztabletten und mein Kissen. Ich musste nicht mal 3 Minuten warten und schon durften wir ins Flugzeug.
Da ich 23 Stunden vorher im Internet eingecheckt habe, war mir mein Fensterplatz sicher, den ich unbedingt haben wollte. Am Platz angekommen, sah ich gleich eine von der Lufthansa vorbereite Decke und ein Kissen auf meinem Platz liegen. Kurze Zeit später kam dann auch mein japanischer, älterer Sitznachbar, mit dem ich über den ganzen Flug nichts zu tun hatte, leider.
Die Besatzung bestand aus Japanern und Deutschen, was ich echt toll fand, da ich beim Essen eine Frage hatte und mir die japanische Stewardess helfen konnte.
Der Flug hatte etwas Verspätung, flog dann aber zügig und sicher ab.

Während des Fluges habe ich nicht geschlafen, weil ich dachte, dass ich so dem Jetlag entgehen könne, wenn ich dann in Japan tot ins Bett fallen würde. Also hielt ich tapfer durch schaute mich durchs Fernsehprogram der Lufthansa. Ich war überrascht, was es alles gab: Serien wie z.B. „Desperate Housewifes“ oder Filme wie „The Avengers“.
Ich habe „Merida“,„Spiderman“, ein paar Serien und eine japanische Show geschaut. Den Rest des Fluges habe ich ein wenig auf meinem Nexus gelesen. Es war interessant, wie ca. gegen 24 Uhr japanischer Zeit alle Japaner langsam einschliefen und die wenigen Europäer in dem Flugzeug noch wach waren. Ich habe sogar den Sonnenaufgang miterlebt! Sehr schön! Nur leider sehr schlecht zu fotografieren. Der Himmel hatte alle Regenbogenfarben, die man sich nur vorstellen kann.

Das Essen an Bord war okay, ich hatte Hunger und habe es einfach gegessen. Ich hatte zu meinem deutschen Essen aber auch eine japanische Sache, wie sich am Ende herausstellte Sobanudeln, leider nichts für mich. Tapfer habe ich probiert, sogar die Hälfte gegessen, aber rosa Nudeln sind nun mal nichts für mich. Zum Frühstück gab es dann Brötchen mit Rührei.

Was ich toll fand, dass es im Flugzeug grünen Tee gab, soviel man wollte. Ich liebe grünen Tee!

Auf dem Bildschirm vor mir konnte man auch immer genau verfolgen, wo sich das Flugzeug gerade befindet. Als es dann endlich Südkorea verließ und auf Japan zusteuerte, war es nur noch ein Katzsprung! Ich merkte, wie ich langsam aufgeregter wurde und die Müdigkeit war weg! Ich wollte einfach nur noch landen und endlich in Japan sein.

Als es dann endlich soweit war und wir gelandet sind, konnte ich mir ein paar Tränen nicht unterdrücken. Ich war so glücklich. So glücklich. Seit 17 Jahren will ich in dieses Land, und endlich, endlich, endlich habe ich es geschafft! Ich war so glücklich.

Aus dem Flugzeug endlich raus, merkte ich erstmals den Klimaunterschied zu Deutschland: Es war heiß. Zu heiß! 30 Grad! Und ich hatte, ungelogen, 3 Jacken an, da diese nicht mehr in meinen Koffer passten und ich den Zwiebellook benutzt habe.
Aber ich dachte mir, egal! Ich werde ja jetzt abgeholt, von einem Mann aus der Schule, da kann ich mich dann ausziehen … aber nein! Ich musste mich eine ganze Stunde lang an einer Ausländerschlange anstellen, wo dann die Pässe kontrolliert wurden. Leider waren dafür nur 2 Angestellte zuständig und somit musste ich sehr lang in 3 Jacken und ca. 3 Handgepäckstücken warten. Es war echt eine Qual. Als ich dann endlich an die Reihe kam, wurde mein Pass kontrolliert und eine Karte ausgeteilt, die mich etwas an einen Personalausweiß erinnerte. Mit dieser Karte musste ich mich übrigens auch später im Rathaus richtig registrieren lassen.
Für die Karte wurde ein Foto gemacht und ich musste 2 Fingerabdrücke machen. Es waren alle sehr freundlich und ich konnte sogar ein wenig auf Japanisch antworten, was mich schon ein wenig stolz machte.

Nach einer kleinen Koffersuche war es dann auch soweit: Ich suchte den Mann von der Sprachschule, der mich abholen sollte. Ich hatte erst Angst, dass er schon weg war oder dachte, ich wäre nicht gekommen, da es so lange gedauert hat. Aber nein: Hattori-san, sprach mich sofort an und begrüßte mich. Er ist total nett und hat mir sogar erst Mal ein Wasser ausgegeben. Anders als erwartet fing er sofort an Japanisch zu reden. Zu meinem eigenen erstaunen stellte ich fest, dass ich eigentlich alles verstand und ich sogar antworten konnte. Es war zwar nur Smalltalk, aber ich fühlte mich richtig gut!

Dann fuhren wir mit dem Auto nach Gifu. Die Fahrt dauerte über eine Stunde und ich wollte nur eines: Duschen!!!

Als wir dann an der Schule ankamen, begrüßte mich sofort Dennis (ich kenne ihn seit ca. 6 Jahren aus dem Internet, wir haben uns aber noch nie gesehen, es war toll, ihn endlich mal richtig zu treffen! Und dann auch noch in Japan! :D) und mir wurde mein Zimmer gezeigt.
Ich machte erst mal den schlimmsten Fehler überhaupt und rannte mit meinen Straßenschuhen einfach rein und der Japaner, der danebenstand hielt mich sofort auf. Peinlich … Schuhe ausziehen!

Endlich, dachte ich, könne ich ja endlich Duschen, doch dann musste ich noch schnell zur Schule, die direkt neben an ist und noch ein paar Unterlagen abgeben, wie z.B. mein Reisepass und diese Karte, die ich am Flughafen bekommen habe. Ich habe sofort einige Lehrer kennengelernt und alle machten auf dem ersten Blick einen super Eindruck! Io-sensei erklärte mir, wie die nächsten Wochen schulisch für mich ablaufen werden: z.B. gibt es eine Willkommensparty für die neuen Schüler, einen Placement Test, Dormitory Orientation usw. …

Nachdem das auch alles erledigt war, konnte ich endlich ins Bad. Toll, sag ich euch. Nach so einem Tag!

Am Abend sind Dennis und ich einkaufen gegangen, nach Sunomata, in den großen Super-Plant-Six Supermarkt. Und der ist wirklich riesig! Dort bekommt man alles, was man will! Ich war wirklich überrascht.

Die erste Nacht konnte ich nicht schlafen. Erst gegen fünf Uhr, echt doof! Und dieser Jetlag hielt lange, lange an, aber dazu mehr in einem anderen Beitrag.

Jetzt, 3 Wochen später, kann ich sagen, dass ich mich hier super eingelebt habe. Ich habe schon viel erlebt, aber es ist so schwer, den ersten Blogeintrag zu machen. Schon im ersten Moment wo man hier ankommt, wird man komplett Reizüberflutet! Man sieht, hört und schmeckt soviel das man sich fragt, wo man anfangen soll zu schreiben. Deswegen dauerte dieser Eintrag auch so lang, ich habe einfach keinen Anfang gefunden. Die nächsten Einträge werden aber hoffentlich schneller erfolgen, denn der Bann des ersten Artikels ist gebrochen! Yay!

Schreibt mir ruhig in die Kommentare, was euch interessieren würde! Auch, was für Videos ihr sehen wollt! Gebt mir Ideen, was ich umsetzten soll! :) Das wäre toll.

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4 Antworten to “Ich hatte mal einen Traum …”

  1. Melle 21. Oktober 2012 um 12:46 #

    Oh Mia ich freue mich so für dich :) Und gleichzeitig bin ich so neidisch und würde am liebsten dir morgen folgen XD
    Ich werde deine Blogeinträge aufjedenfall fleißig weiter lesen, sie sind mega interessant!!!
    Also mich würde ja ein Gamingcenter interessieren oder ein Animegeschäft oder sowas XXXXXXD Hast du auch eine hübsche Schuluniform an deiner neuen Schule???

    • wasjp 21. Oktober 2012 um 13:17 #

      Leider ist das eine Ausländerschule, da gibt es keine :( Schön wärs!!!

      Und okay, notiert!!! XDD

  2. Yvonne (@Kiwisplit) 21. Oktober 2012 um 21:21 #

    Dein Rock ist klasse!!! :D

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