Düsseldorf + Lime Light

10 Jun

Hallo!

Leute, die Zeit vergeht wie im Fluge!
Schon der sechste Monat in diesem Jahr ist angebrochen, und ich habe immer noch keinen Reisepass beantragt! So langsam mache ich mir Sorgen, ob ich das irgendwann nochmal gebacken kriege … Seit einem halben Jahr schiebe ich es vor mir her. Ich habe es mir aber für diesen Monat fest vorgenommen! Es wird ja sonst auch langsam knapp, da ich noch das Visum beantragen muss …

So, diesen Eintrag möchte ich nutzen, um euch von meiner Lieblingsstadt Düsseldorf und anschließend von einer meiner Lieblingsbeschäftigungen zu erzählen: Karaoke!
Ich liebe singen. Ich bin ganz sicher keine gute Sängerin, aber der Spaß steht dort an erster Stelle.

Und die beste Gelegenheit, um japanisches Karaoke zu erleben, ist in Düsseldorf.
Aber fange ich doch ganz vorne an …

Düsseldorf liegt oberhalb von Köln und eine Bahnstunde von Bonn entfernt.
Laut Wikipedia gibt es über 6.500 Japaner in Düsseldorf und ist das einzige Japantown, was Deutschland zu bieten hat.

Wenn man am Düsseldorfer Hauptbahnhof ankommt, befindet man sich eigentlich schon im „japanischen Viertel“. Obwohl, ich muss dazu sagen, dass ich es „japanische Viertel“ nenne, weil dort für mich alle wichtigen Shops sind.
Japanische Buchläden, japanische Restaurants und japanische Supermärkte sind dort zu finden. Ob es noch ein wahres oder anderes „japanische Viertel“ gibt, kann ich leider nicht sagen, denn darüber hinaus kenn ich mich nicht aus.

Also, wie gesagt, vom Hauptbahnhof kommt man auf die Immermannstraße, wo sich alle besagten japanischen Shops befinden.

Mir fallen spontan drei japanische Buchläden ein, die auf dieser Straße liegen (einer davon in einer Seitengasse).

Der OCS-Store ist davon der größte. Er bietet wirklich alles! Mangas, Lebensmittel, Lehrbücher um Japanisch zu lernen, japanische Lehrbücher um Deutsch zu lernen, CDs, Bentoboxen, Zeitschriften, Figuren, Hello Kitty Artikel, Artbooks, Zeitungen, Stifte/Schreibwaren, Sachen über das deutsche Ampelmännchen und 1-2 Euro Gegenstände für den alltäglichen Gebrauch, wie z.B. Zahnbürste und Mundschutz. Sicher habe ich noch einiges Vergessen, am besten überzeugt ihr euch mit einem Besuch selbst davon.

Denn der OCS-Store bietet noch eine andere tolle Attraktion: zwei Purikura-Automaten (プリクラ), was die Abkürzung für „Print Club“ ist. Auf dem ersten Blick sind das Fotoautomaten, wie man sie aus Bahnhöfen oder Rathäusern kennt. Ich war nur einmal in so einen Purikura-Automaten, und zwar in diesem Store, deswegen kann ich euch nur von dieser Erfahrung berichten.
Die Unterschiede von einem Purikura-Automaten und einem deutschen Automaten bemerkt man schnell, wenn man erst mal in der Fotokabine drinnen ist. Auffällig ist der große Platz, den man zur Verfügung hat. Dort passen nämlich bis zu zehn Personen rein! Außerdem hat man verschiedene Hintergründe, die auf Wunsch wie eine Art Leinwand rauf und runter fahren. Man hat vor sich dann einen kleinen Bildschirm, den man entweder mit dem Finger oder einem Stift bedient. Dort kann man dann noch einstellen, welchen Hintergrund man möchte und wie die Haut scheinen/glänzen soll. Ich muss sagen, man ist im ersten Moment sehr überfordert. Man tippt blind auf irgendwelche Einstellungen und stellt sich schnell zu einer Pose bereit. Wichtig hierbei zu erwähnen ist, dass man nur eine bestimmte Zeit zur Verfügung hat, ich glaube es war etwas um die 90-120 Sekunden, ich bin mir aber gerade unsicher. In dieser Zeit kann man so viele Fotos machen, wie man eben schafft. Nachdem die Zeit abgelaufen ist, geht man in eine Art Nebenkabine, dort kriegt man auch noch einmal 90-120 Sekunden. In der Zeit kann man die Bilder bearbeiten, z.B. Herzen, Sterne, Kanji, Sätze hinzufügen oder selbst etwas schreiben. Danach bekommt man die Fotos.
Das ganze kostet 6 Euro, die ihr erst an der Kasse bezahlt. Für euer Geld bekommt ihr dann 600 Yen, die ihr dann für den Automaten verwendet.
Wer an so was Spaß hat, der sollte es auf jeden Fall einmal probieren! Ich habe es mit einer Freundin gemacht, und wir hatten wirklich viel Spaß!

Außerdem ist das Personal des OCS-Stores wirklich unglaublich nett! Ein Freund hat dort letztens ein im Laden vergriffenes Magazin aus Japan bestellen lassen.
Den Store kann man auch im Internet finden, dort könnt ihr euch Sachen aus Japan bestellen lassen!

>>> http://www.ocs-de.com/deutsch/html/map.htm


Der zweite Laden, der mir spontan einfällt, ist der Bookstore Nippon.
Der ist um einiges kleiner, als der OCS-Store. Hier befinden sich keine Lebensmittel, dafür viele japanische Bücher, ein paar Mangas und Artbooks, Doujinshi, Schreibwaren, Geschenkartikel, CDs, Lernhilfen um Japanisch zu lernen und Merchandise. Man verliert nicht so schnell den Überblick und findet schnell, was man sucht. Dort könnt ihr auch eine „Kundenkarte“ kriegen, auf der ihr bei einem Einkaufswert von 10 Euro einen Stempel bekommt. Bei 10 Stempeln erhaltet ihr einen Warengutschein von 5 Euro.

>>> http://www.bookstorenippon.jis.de


Der dritte Buchladen, Takagi Books, ist etwas versteckt, aber nur eine Seitenstraße der Immermannstraße entfernt. Schaut am besten auf deren Website nach, wo es sich genau befindet!
Dieser Laden bietet auch wieder viele Mangas, Zeitschriften, Schreibwaren, Poster und anderen kleinen Dingen. Sogar ein paar deutsche Mangas kann man dort kaufen. Es lohnt sich auf jeden Fall, den Laden zu besuchen!

>>> http://www.takagi-books.de


Zu Essen gibt es natürlich auch im japanischen Viertel! Ich stelle hier zwei Läden vor, in denen ich selbst schon drin war und gegessen habe.

Zuerst das Okinii, ein all you can eat Restaurant. Ich habe das Gefühl, dass man dieses Restaurant entweder liebt, oder hasst. Die Kritiken im Internet sind meist negativ, obwohl ich sagen muss, dass ich es dort recht schön finde. Die Bestellweise fasziniert mich sehr, denn man bestellt mit einem Tablet, einem iPad, um genau zu sein.

Ich will nicht viele Worte darüber verlieren, wie das System des Okiniis aufgebaut ist , da auf der Website alles super beschrieben wird. Meiner Erfahrung nach möchte ich dazu nur sagen, dass man die 2,5 Stunden ausnutzen sollte, weil manche Bestellungen leider nie den Tisch erreichen, und somit nochmal bestellt werden muss.
Leider sind die Suppen auch manchmal kalt, was wirklich sehr schade ist. Trotzdem ist es eine super Erfahrung und es macht auch Spaß. Es ist einfach etwas anderes, und das macht es, für mich, so spannend. Ich empfehle mittags zu gehen, da man dann „nur“ 13,90 Euro (Werktags) und 15,90 Euro (Wochenende) zahlt. Abends kostet das ganze schon ca. 10 Euro mehr. Außerdem wäre es nicht schlecht, wenn man vorher reserviert.

>>> http://www.okinii.de/


Als nächstes möchte ich euch einen Onigiri-Laden vorstellen, dem Waraku.
Onigiri (お握り) sind japanische Reisbälle.

Im inneren des Balles können sich viele Lebensmittel aufhalten, wie z.B. Fisch oder Gemüse. Mein Favorit ist übrigens gedämpfte Möhre! (Ich esse ja kein Fisch!)

Ein Onigiri kostet 2,50 Euro. Teuer, aber es lohnt sich! Wer typisch japanisch snacken will, sollte das auf jeden Fall einmal ausprobieren.

>>> http://www.waraku.de/


Dann gibt es noch einige Supermärkte. In diesen Supermärkten gibt es nicht nur japanische-, sondern auch andere asiatische Lebensmittel. Die Produkte kann ich unmöglich alle aufzählen! Da heißt es: Selber reinschauen und suchen. Außerdem gibt es dort auch immer Reiskocher, Stäbchen und japanisches Geschirr.
Ich kann euch leider nur 2 Supermärkte aufzählen, der dritte ist mir gerade entfallen:

>>> http://shochiku-online.com/de/
>>> http://www.nekobento.com/?page=asialaden-40210-duesseldorf-ho-s-supermarkt


Natürlich gibt es noch weitere Supermärkte, unzählige japanische Restaurants und sicher auch noch andere Buchläden, doch diese waren jetzt die Orte, die ich selbst immer gern besuche. Solltet ihr selbst noch einen guten Tipp oder Fragen haben, könnt ihr das gerne in die Kommentare schreiben!

Jetzt komme ich zu dem Thema, wieso ich diesen Beitrag eigentlich machen wollte: Karaoke!
Ich liebe es und ich weiß jetzt schon, dass ich in Japan lieber 3 Tage hungern werde, um das Geld lieber beim Karaoke auszugeben. ;)

In Düsseldorf kann man meinem Wissen nach mindestens in zwei Karaokebars gehen. Doch ich war vorerst in nur einer, ich denke aber auch nicht, dass ich diese Karaokebar jemals wechseln werde, weil sie einfach perfekt ist: Die Lime Light im Hotel Nikko, welches sich auch auf der Immermannstraße befindet und nicht weit vom HBF entfernt ist.

Erst mal müsst ihr wissen, dass die Karaokebar eigentlich nichts mit dem Hotel zu tun hat. Die Lime Light befindet sich in einer Art Keller des Hotels, welches man durch eine Wendeltreppe erreicht. Unten angekommen, steht man vor zwei Türen. Die eine Tür führt, glaube ich, zu einer Art Loungebar und die andere ins Lime Light. Dort wird man von einem netten Japaner sofort gegrüßt und bekommt einen Raum zugwiesen. Wichtig hierbei ist: Hier ist alles typisch japanisch. Das heißt, dass du mit deinen Freunden/Familien einen Raum bekommst, wo nur ihr dann singen könnt. Typisch anders ist es ja, dass alle Gäste sich in einem großen Raum aufhalten und dann vor Fremden singen.
Die Lime Light hat 4 Räume.
Jeder Raum ist nach einer bestimmten Gruppenanzahl ausgelegt, das bedeutet, dass z.B. das Sofa je nach Raum größer oder kleiner ist, oder das noch ein Tisch mehr drinnen steht. Am gemütlichsten ist es, einen kleineren Raum zu nehmen und auch nur mit 3-4 Leuten zu gehen.
Im Raum selbst gibt es dann einen großen Röhrenfernsehr, eine Fernbedienung, 2 Mikrofone und ca. 5 Ordner mit Liedern drin.

Es gibt japanische, koreanische, englische und ein paar deutsche Lieder. Speziell muss man dazu sagen, gibt es auch eine Sektion „Anime-Lieder“, wo die Lieder also nach den Animes sortiert sind, sehr praktisch. Leider ist der Stand der Bücher von ca. 2008-2009, also findet man neuere Songs selten bis gar nicht, besonders, wenn man kein Japanisch kann, denn dort ist alles in Kana und Kanji geschrieben. Übrigens, der Songtext auf dem Fernseher ist auch nur in Japanischer Schrift, außer die englischen Lieder.

Mein Tipp für Leute, die kein Japanisch können und nach Animeliedern suchen:
– Sucht euch vorher zu Hause die japanische Schreibweise eures Animes heraus, und des Liedes
– Druckt euch die Texte selber aus, in Romaji.
– Singt die Lieder mit deutschem Songtext (z.B. Dragonball, Digimon, Dr. Slump usw.)

Manchmal ist man beim ersten Besuch etwas überfordert und weiß gar nicht so recht, mit dem allen etwas anzufangen.
Geht einfach ein zweites Mal, und ein drittes Mal! Ihr werdet immer routinierter, umso öfter ihr geht. Ein Freund und ich gehen dort sehr oft zum Karaoke und wir haben uns schon eigene Ordner angelegt, die wir immer mitnehmen.

Wer zum ersten Mal da ist, kann den netten Mann an der Bar fragen, der euch den Raum zugewiesen hat. Er erklärt euch die, auf dem ersten Blick, kompliziert aussehende Fernbedienung.

Das ganze kostet für Studenten ab 19:00 – 22:00 Uhr nur 5 Euro die Stunde, pro Person. Das finde ich recht fair und ich bezahle gerne mein Geld. Natürlich könnt ihr euch dort auch Getränke holen, habe ich aber noch nie gemacht und ist auch keine Pflicht. Ich weiß leider gar nicht, wie viel es ohne den Studentenrabatt kostet, aber ich glaube, dass es dann nicht pro Person ist, sondern nach der Zimmer/Stunde. Da lohnt es sich mit vielen Leuten zu gehen.
Die Karaokebar macht leider erst 19 Uhr auf, also würde ich den Aufenthalt dort als Abschluss machen, wenn man nicht aus Düsseldorf kommt.

Puh, das ist jetzt ein ziemlich langer Artikel, aber ich hoffe, dass ich euch Düsseldorf, die Japanstadt, ein wenig schmackhaft machen konnte. Bitte schreibt doch in den Kommentaren, was ihr an Düsseldorf so toll findet, oder ob ihr japanische Lieblingsorte habt, wo ihr gerne hingeht.

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4 Antworten to “Düsseldorf + Lime Light”

  1. soragoto 11. Juni 2012 um 21:46 #

    Interessanter Blogpost!! <3 Hab immer nach der Karaokebar gesucht & sie nie gefunden XD

    • wasjp 11. Juni 2012 um 21:59 #

      Hihi, freut mich, dass du sie jetzt finden wirst :D Und vielen Dank :3

  2. Hikaru-Shindo 17. November 2013 um 20:36 #

    Preise ohne Studentenrabatt richten sich nach der Zimmergröße.

    bis 6 Personen 35 € / Stunde
    bis 8 Personen 40 € / Stunde
    bis 10 Personen 50 € / Stunde
    bis 20 Personen 60 € / Stunde

    Nach der ersten Stunde wird in Halbstundenschritten abgerechnet. Essen darf mitgebracht werden, Getränke nicht.

    • Hikaru-Shindo 17. November 2013 um 20:37 #

      Ach fast vergessen, noch eine Anmerkung: Im 20-Personen-Raum steht keine Röhre sondern ein Flachbildfernseher, waren gestern mit der Sprachschule da ;)

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